• Wasser sparen ohne Komforteinbusse

Wasser sparen ohne Komforteinbusse

26.03.2020 THOMAS AMMANN dipl. Arch. FH, Ressortleiter Energie- und Bautechnik beim HEV Schweiz

Energie & Umwelt – Im Wohnbereich lassen sich mit einem bewussteren Umgang und dank effizienter Armaturen viel Energie und Wasser sparen.

Der Warmwasserverbrauch spielt eine zunehmend wichtige Rolle bei Wohnbauten. Während das Warmwasser bei Altbauten einen Zehntel bis einen Viertel der Energiekosten ausmacht, kann der Energiebedarf für das Warmwasser bei Neubauten bereits über fünfzig Prozent betragen. Dies nicht etwa, weil die Bewohner von neuen Wohnhäusern häufiger duschen als diejenigen in älteren Liegenschaften, sondern weil der Energiebedarf für Heizungen gesunken ist. Deshalb gilt es, den Blick auch vermehrt auf Einsparmöglichkeiten beim Warmwasser zu richten. Sämtliche Massnahmen, die dem Sparen von Warmwasser dienen, bringen automatisch auch einen Spareffekt beim Trinkwasser mit sich. Im Wasserschloss Europas scheint das aber nicht dieselbe Dringlichkeit zu haben wie in Ländern mit tropischerem Klima. Dennoch sind der Aufwand zur Trinkwasseraufbereitung, der Transport und auch die Abwasserreinigung nicht zu unterschätzen. Gezielte Sparmassnahmen nützen also in mehrerlei Hinsicht.

Spararmaturen

Mit einer Spararmatur lässt sich sehr einfach Wasser sparen. Überall dort, wo Wasser zum Waschen und zum Spülen benutzt wird, ist eine Spararmatur sinnvoll. Weniger praktisch ist ein solches Ventil bei einem Ausgussbecken, an dem primär der Putzeimer gefüllt wird. Durch das Sparventil dauert der Vorgang lediglich länger. 

Es gibt Spararmaturen, die mit Durchlaufreglern versehen sind. Diese Regler begrenzen die Durchflussmenge des Wassers. Bei einem Wasserhahn kann von einer Einsparung von 30 Prozent ausgegangen werden, bei einer Duschbrause von bis zu 50 Prozent.

Andere Brausen arbeiten mit einer Luftzufuhr. Durch die beigemischte Luft wird der Wasserstrahl voller und weicher. Insbesondere beim Duschen ist das ein angenehmer Effekt. Auch bei diesen Modellen ist eine Wassereinsparung von bis 50 Prozent möglich. Bei etwas teureren Duschbrausen kann zwischen dem «normalen» Wasserstrahl und dem ECO-Modus gewählt werden.

Eine gute Hilfestellung zur Wahl geeigneter Armaturen ist die Sanitäretikette, welche die Energieeffizienz in den bekannten Klassen A bis G angibt. Armaturen der Klasse A haben noch einen Durchfluss von vier bis sechs Litern pro Minute. Bei Armaturen der Effizienzklasse G fliessen in derselben Zeit über 16 Liter Wasser. 

Die Funktion «CoolFix» von KWC sorgt dafür, dass am Waschtisch nicht unnötig warmes Wasser fliesst. Kaltwasser fliesst bei der Hebelposition in Mittelstellung – nicht wie allgemein üblich in Rechtsstellung. Das spart automatisch Energie bei der Wassernutzung. Im Bild: Waschtischmischer «KWC DOMO I 6.0» mit der Energieetikette der Klasse A. BILD KWC

Wasser, das unnötig läuft

Ein weiteres grosses Sparpotenzial wird bei den Ausstosszeiten geortet. Gemäss den aktuellen SIA-Normen sollte zehn bis fünfzehn Sekunden nach dem Öffnen der Armatur warmes Wasser fliessen. Dies abhängig davon, ob eine Warmhaltung mittels Heizband oder Zirkulationsleitung eingebaut ist oder ob eine solche fehlt. 

Nicht alle bestehenden Bauten erfüllen diese Anforderungen, und manch ein Bewohner steht länger vor dem Waschbecken, bis das Wasser in der gewünschten Wassertemperatur sprudelt. Dabei fliesst viel Wasser durch die Leitung, das nicht genutzt wird. Sehr einfach kann hier gespart werden, indem zuerst nur das Warmwasser aufgedreht wird und Kaltwasser erst beigemischt wird, wenn es nötig ist.

Bei Einhebelmischern führen diese langen Ausstosszeiten nicht selten dazu, dass der Vorgang des Händewaschens abgeschlossen ist, bevor das warme Wasser fliesst. Häufig kommt das vor, wenn der Mischer in der mittleren Position auf «lauwarm» steht. Ist das warme Wasser dann endlich da, wird der Hahn bereits wieder geschlossen, und das Wasser in der Leitung kühlt ungenutzt wieder ab.

Abhilfe kann hier ein Einhebelmischer mit ECO-Funktion schaffen, der die Kaltwassereinstellung in mittiger Position hat. Für das Warmwasser muss der Hebel nach links gedreht werden. In Anbetracht der Tatsache, dass der Einhebelmischer – aus rein optischen Gründen – meist in der mittleren Position steht, bringt der Einsatz eines solchen Einhebelmischers mit ECO-Funktion bei kurzem Wasserbedarf eine Einsparung von ca. 1,5 Litern warmen Wassers pro Nutzung.

Beim Duschen, beim Händewaschen oder beim Geschirrspülen lassen sich dank eines bewussten Umgangs mit dem Wasser – und der richtigen Armatur oder Brause – jährlich 30 Prozent warmes Wasser sparen.

Energieetikette für Sanitärprodukte

Die Energieetikette zeigt Ihnen auf einen Blick, wie viel Energie Duschbrausen, Armaturen oder Wasserspareinsätze verbrauchen. Produkte mit einem A haben einen niedrigen, solche mit einem G einen hohen Verbrauch. www.energieetikette-sanitaer.ch 

BROSCHÜRE ZUM THEMA

«Wasserspass – Energie sparen ohne Komfortverlust» heisst eine Informationsbroschüre von EnergieSchweiz. Sie enthält die wichtigsten Tipps zum Wassersparen und beschreibt die gängigsten Spararmaturen. pubdb.bfe.admin.ch (Suchbegriff «Wasserspass») oder www.bfe.admin.ch 

(Suchbegriff «Die Energieetikette für Sanitärprodukte»)