Dass Wohnen vielerorts teurer geworden ist, ist unbestritten. Der Grund dafür liegt jedoch nicht in fehlenden Vorschriften oder Kontrollen. Der Grund ist schlicht: Es gibt zu wenige Wohnungen. Wo Angebot und Nachfrage auseinanderklaffen, steigen die Preise. Wer daran etwas ändern will, muss dafür sorgen, dass mehr gebaut werden kann.
Genau hier versagt die Initiative. Sie schafft keine einzige zusätzliche Wohnung. Stattdessen fordert sie neue Kontrollen, zusätzliche Verfahren und mehr Bürokratie. Vermieter geraten unter Generalverdacht, obwohl die grosse Mehrheit der Eigentümerinnen und Eigentümer ihre Liegenschaften verantwortungsvoll bewirtschaftet und langfristig denkt. Private Hauseigentümer sind keine anonymen Immobilienkonzerne. Viele besitzen ein Mehrfamilienhaus oder eine Einliegerwohnung als Teil ihrer Altersvorsorge. Wer ihre Investitionen zunehmend unattraktiv macht, riskiert, dass weniger saniert, modernisiert und gebaut wird.
Dabei wäre der Handlungsbedarf längst bekannt: schnellere Bewilligungsverfahren, weniger regulatorische Hürden und eine Raumplanung, die neues Wohnen ermöglicht. Doch statt diese Hausaufgaben anzupacken, setzt die Linke erneut auf mehr Regulierung. Das mag populär klingen, löst aber das eigentliche Problem nicht – einmal mehr.
Wer bezahlbaren Wohnraum will, muss mehr Wohnungen ermöglichen und nicht noch mehr Vorschriften erlassen. Die Mietpreis-Initiative ist deshalb keine Lösung, sondern ein weiterer Irrweg. Sie bekämpft die Folgen der Wohnungsknappheit, verhindert aber genau jene Investitionen, die dringend nötig wären. Am Ende verlieren alle: Mieter- und Vermieterschaft sowie der Wohnungsmarkt insgesamt.
